DER STRESS MUSS RAUS

WUFF und HALLO - ich bin NIMOEH – kurz Nimih genannt - ein Airedale Terrier Mädchen.

 

Heute komme ich grade vom Trainingsplatz und da muss ich Euch gleich etwas erzählen. Ich hab' dort den Jonny - einen Border Collie - getroffen.

Ich muss Euch sagen, das ist wirklich ein Supertyp.  Der macht wirklich alles und das auch noch total super. Er ist ein Suchhund, ein Agility Hund und ein Hütehund der seine Schafherde hütet. Er hat natürlich ein wahnsinnig ehrgeiziges Frauchen, eine die so wirklich Vollgas gibt. Täglich macht sie mit dem Jonny mehrfach Training; eines gleich in Früh, dann eines nach der Mittagspause und eines noch am späteren Nachmittag  - und klar, Jonny  ist überall der Beste und sein ehrgeiziges Frauchen total happy. Da komme ich mir wie ein kleines Nichts vor, so wirklich total durchschnittlich …

 

Aber, ich kenne den Jonny ja nun schon etwas länger, und in der letzten Zeit ist er irgendwie komisch geworden. Heute hat er mich dann wirklich angejammert!

Ausschläge hat er an den Pfoten, es juckt ihn dauernd und es wird immer schlimmer. Übernervös ist er auch und schlafen kann er nicht richtig, und jetzt tut ihm auch noch das ganze Hinterteil weh – aber er will unbedingt durchhalten, schon allein um seinem ehrgeizigen Frauchen zu gefallen. "Durchbeißen", heißt seine Devise – und das obwohl er wirklich schon jämmerlich ausschaut.

 

Zuviel ist zuviel  sagt mein Frauchen – der Jonny hat einen argen, schlechten Stress.

Stress, was ist denn das? Ich hab das Wort ja schon ein paar mal gehört aber was das genau ist – keine Ahnung.

 

Da habe ich zufällig vorgestern am Abend meinem Frauchen zugehört wie sie mit dem Herrchen (der ja bei uns in der Familie eine sehr untergeordnete Rolle im Rudel spielt, aber manchmal ganz g'scheite Sachen erzählt, weil er auf einer Uni irgendwas mit Verhalten, Führung und Management unterrichtet) über Stress diskutiert hat, und da ist mir ein Licht aufgegangen.

 

Stress, sagte das Herrchen, ist an und für sich ja eine gute Sache, weil ohne Stress (er nannte das – ich glaube Aktivierung) hätten wir ja überhaupt keinen Antrieb etwas zu tun und schon gar nicht mit Freude und Spaß. Bis zu einem gewissen Maß tut uns der Stress auch gut. Wenn wir was geschafft haben, wenn wir etwas durchgehalten haben, dann fühlen wir uns echt super. Aha, das ist also der „gute“ Stress.

 

Aber, hat er dann gesagt, irgendwann kann es dann zu viel werden. Nämlich dann, wenn wir – und jetzt kommt schon wieder so ein Begriff – die Stresshormone im Körper nicht mehr abbauen können. Genau dann macht sich immer mehr der negative Stress bemerkbar.

 

Der negative Stress (Überbelastung, Dauerbelastung, Umwelt, Schmerzen, Probleme im Rudel, Mobbing) zeigt sich dann körperlich, und bei uns Hunden auch ganz häufig im Verhalten; vom dauernd grantig sein, über aggressives Verhalten, bis hin zu hysterischem Dauerbellen, im Kreis dem Schwanz nachlaufen und in der Gesundheit wie Verdauungsprobleme, Hautprobleme und so weiter.

 

Mein Frauchen hat da sehr aufmerksam zugehört, und ich die Nimih natürlich auch –  weil ich will mich ja auskennen mit meiner einer ...

 

Ich hab dann nachgedacht, ob ich auch manchmal Stress habe und da ist mir so einiges eingefallen. Aber ich sag Euch, nur positiver Stress, denn offensichtlich schaut mein Frauchen sehr genau drauf, dass ich nicht in den negativen Stress falle.

 

Einige Beispiele:

Vor dem Training – so geil das Gefühl ins Auto steigen und zum Trainingsplatz fahren - da bin ich ganz hibbelig und kann's kaum erwarten. Ich hab eine riesige Freude und somit – positiven Stress.

Neue Übungen ausprobieren – richtig herausfordernd, ich kann plötzlich was, was ich vorher noch nicht konnte – super Gefühl und positiver Stress.

 

"Puh", und letztens der erste Nahkontakt mit unserem Ziegen, ganz ohne Zaun mit allen vier Horngetieren direkt mir gegenüber … da war ich erst aufgeregt und dann, dann wär's schon fast gekippt. Ich hätte es mit der Angst zu tun bekommen, das wäre dann in den negativen Stress gegangen.

 

... und was sagt dann mein Frauchen oft nach erstaunlich kurzer Zeit zu mir? "Jetzt ist es genug,  jetzt brauchst du Ruhe – runterkommen ist angesagt." Ehrlich – manchmal würde ich da gerne noch weiter machen, aber wie sie meint – dann halt nicht.

 

Frauchen meint, sie muss genau drauf achten alles im richtigen Gleichgewicht zu halten. Aktivierung – Leistung – Entspannung – Erholung und dann geht’s wieder von vorne los.

 

Letztens am Hundeplatz zum Beispiel, hat  die Besitzerin vom Benno - einem Diensthund - gefragt, was man denn gezielt zum Stressabbau machen kann, weil der Benno eben sehr viel trainieren muss und weil er beruflich seine Leistung bringen muss.

 

Da hat dann mein Frauchen ihr alles über Massage, gezieltes Bewegungstraining zur  Entspannung und Muskelrelaxation erzählt. Plötzlich ist mir wieder ein Licht aufgegangen – jetzt hab ich verstanden warum ich immer diese urguten, wohltuenden Massagen nach dem Training bekomme. Ich hab immer geglaubt, das ist weil mich mein Frauchen so lieb hat – aber, das hat offensichtlich einen tieferen Sinn.

 

Also meine Lieben – DER STRESS MUSS RAUS! Stress kommt so oder so ganz von alleine – wir können drauf warten bis er uns krank macht, oder wir können gezielt was dagegen machen und dabei helfen, dass wir lange gesund bleiben, unsere Leistung bringen und uns so verhalten, dass es auch unserer Umwelt gut tut.

 

Eure wieder etwas g'scheiter gewordene und heute total entspannte

 

Nimih