SO EIN FLEGEL, DIESER COOPER !

WUFF und HALLO - ich bin NIMOEH – kurz Nimih genannt - ein Airedale Terrier Mädchen.

 

Vorne ein brauner Labrador-Mischling, hintendran an der Leine eine zierliche Frau, so ungefähr im Alter von meinem Frauchen. Er bellt, keucht und zieht mit all seiner Kraft nach vorne ... sie ruft, schreit, fleht und zieht mit all ihrer Kraft nach hinten.

Das, meine lieben Leserinnen und Leser, hat sich am Wochenende direkt vor unserem Haus mitten auf der Straße abgespielt.

 

Kaum ist der Frühling da und die ersten wirklich schönen Tage, da schießen sie förmlich aus dem Boden, die vielen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer mit ihren Lieblingen, die ich den ganzen Winter über nirgendwo gesehen habe. So auch die zarte 50erin mit ihrem Vierbeiner.

 

„He – wuff, was ist denn da los mit dir“, hab ich in angebellt. Wie angewurzelt ist er auf der Stelle stehen geblieben. „Was soll los sein. Ich spiele mit meinem Frauchen – Leineziehen, und je mehr ich mich anstrenge, umso glücklicher ist sie!“  Also das hab ich jetzt gar nicht verstanden, aber bei näherem Hinsehen hab ich dann verstanden was der Labi-Mischling gemeint hat. Wenn er vorne gezogen hat, dann hat sie hinten gerufen „Cooper, Cooper, Cooper, nicht, nicht ziehen, nicht so stark ziehen, Cooper….“

Der Cooper hat das aber so verstanden: „Toll Cooper, zieh, fest, schneller, schauen wir mal wer dieses Spiel gewinnt“ und das hat er mächtig, supergeil, lustig gefunden ... und er hat gezogen was nur die Muskeln hergaben.

 

Irgendwann hat dann der Cooper gewonnen und sein Frauchen über die ganze Straße rüber zu mir gezogen und mich dann überschwänglich begrüßt, wie wenn wir uralte Freunde wären.

„Sag Cooper, hat du nie das Leinegehen gelernt oder das Fuß gehen oder das Stehen bleiben?“... hab ich ihn gefragt.

„Nö – nie, wie denn auch, hat ja nie wer Zeit gehabt“ – „ich hab mir das alles selber beigebracht“.

Ich hab dann zugehört wie sein Frauchen meinem Frauchen ihr Herz ausgeschüttet hat und dann hab ich`s verstanden.

 

Der Cooper kam mit 12 Wochen in sein zu Hause und alle haben sich vorgenommen, den Cooper auch richtig zu erziehen – mit allem Drum und Dran – Hundeschule und so. Sie waren dann auch in der Hundeschule, die immer am Freitagabend und am Samstagvormittag war. Leider sind Frauchen und Herrchen von Cooper beruflich sehr engagiert und auch erfolgreich und müssen viel arbeiten. Oft auch am Freitag abends, manchmal auch am Samstag, und wenn dann einmal am Samstag alle zu Hause waren – dann waren sie zu erschöpft für die Hundeschule.

 

So wurde ein Termin um den anderen versäumt und ehe man sich`s versah, vergingen die Jahre ... und wie schon bekannt hat sich Cooper selbst „erzogen“.

 

 

Wenn wir doch flexiblere Trainingsmöglichkeiten gehabt hätten; wenn wir doch am Montag oder Dienstagabend trainieren hätten können oder am Mittwoch Vormittag, da habe ich z.B. immer dienstfrei, aber das war halt nicht möglich.

 

"Doch", sagte mein Frauchen, "es gibt Hundetrainer, die haben auf Abruf Zeit, die machen ganz individuelle Termine aus, immer dann, wenn es den Kunden genau passt."

 

„Wirklich – wo?“, fragte Coopers Frauchen erstaunt. „Bei mir“, sagte mein Frauchen, und so kam es, dass Cooper jetzt seine individuellen Trainings bekommt, immer genau dann, wenn sein Frauchen Zeit hat. Aller Stress ist weg und … Cooper wird  auch noch lernen, dass um die Wette an der Leine ziehen, nicht das Lieblingsspiel seines Frauchens ist.

 

Eure Nimih ... die jetzt verstanden hat, was flexibel sein bedeutet