WAS MACHT EIGENTLICH EINE TIERTRAINERIN

WUFF und HALLO - ich bin NIMOEH – kurz Nimih genannt - ein Airedale Terrier Mädchen. 

 

Ich bin ja ein aufmerksames Mädchen und ich beobachte meine Umwelt sehr genau, darum ist es mir auch gleich aufgefallen!

Äh, jetzt hätte ich fast vergessen zu schreiben was mir aufgefallen ist, es sind die beiden Plakate die vor unserem Haus am Tor hängen. Da sieht man mein Frauchen wie sie gerade an der Arbeit ist.

 

Ja, was macht denn mein Frauchen so den ganzen Tag, wenn sie nicht gerade mit mir was arbeitet, am Hundeplatz ist, oder sich mit den Ziegen beschäftigt?

 

Da steht auf den Plakaten „Tiertrainerin“ und da hab ich mich gefragt, was macht denn so eine Tiertrainerin, was muss die denn alles wissen oder können, damit sie mit Tieren trainieren kann. Und weil ich auch mein Frauchen genau beobachte was sie tut - z.B. in dicken Büchern schmökern, neueste Journale studieren oder Studien durchackern - und zuhöre, wenn Sie mit Kunden spricht oder telefoniert oder am Telefon sich über Tagungen und Kongresse informiert, hab ich mir meinen Reim darauf gemacht.

 

Also ... so eine Tiertrainerin macht ganz schon viele und umfassende Dinge. 

Fangen wir einmal damit an was das Tier -Training so ist. Modernes Training hat nix zu tun mit „abrichten“ oder „dressieren“, sondern mit einem recht genau geplanten, systematischen Prozess, in dem ein vorher gesetztes Ziel erreicht werden soll. Boah … ihr glaubt ja gar nicht, wie lange ich an diesem Satz rumgebastelt habe.

 

So Trainingsziele können komplett unterschiedlich sein und werden immer mit dem Besitzer des jeweiligen Tieres vereinbart.  Ja, ihr habt richtig gelesen, „Tieres“, und nicht nur Hund, weil eine Tiertrainerin eben ein Tiertrainerin ist, und nicht nur beschränkt auf die Arbeit mit  Hunden ausgebildet ist. 

So ein Ziel kann sein:

Eine Katze macht ihr Geschäft nicht ins Kisterl, sondern verteilt das alles schön in der ganzen Wohnung – Ziel: die Gute soll das Kisterl nutzen - und zwar ausschließlich!

Ein Hund zieht im Alltag wie verrückt an der Leine, aber am Hundeplatz macht er alles ganz brav – Ziel: auch im Alltag brav an der Leine gehen!

Ein Nymphensittich hat ein sehr auffälliges Verhalten – Ziel: er soll sich wieder ganz normal verhalten!

Ein Mini-Schweinderl hat die Lust am Graben im Garten entdeckt – Ziel: das Schweinderl soll damit aufhören!

Ein ganz gesunder Hund bewegt sich beim Laufen wirklich komisch – Ziel: er soll sich wieder normal bewegen!

Eine dicke, alte Katze schnauft bei jeder Bewegung – Ziel: sie sollte doch wieder etwas schlanker und beweglicher werden.

Ihr seht wie viele unterschiedliche Ziele es im Tiertraining geben kann (da gibt’s natürlich unendlich viele mehr!!) 

Die jeweilige Tierbesitzerin oder der Tierbesitzer besprechen das Problem mit meinem Frauchen. Das dauert manchmal ziemlich lange, bis das Problem genau erkannt wird. Dann wird ein gemeinsames Trainingsziel aufgestellt und dann wird ein richtiger, schriftlicher Trainingsplan ausgearbeitet. Der Besitzer bzw. die Besitzerin weiß also ganz genau, was, wie, wann und wie lange gemacht wird und wie er oder sie das Erreichen der Trainingsziele unterstützen kann und soll. Wenn man das so genau macht, dann geht auch wirklich was weiter, das habe ich schon gesehen. Mein Frauchen arbeitet da sehr intensiv und individuell mit den Tieren und deren Besitzerinnen bzw. Besitzern. 

Ausgebildet ist mein Frauchen allgemein auf viele Haus- und Nutztiere bzw. Tierarten: Hunde, Katzen, Pferde, Esel, Ziegen, Schweine, Hühner, Kaninchen, Meerschweinchen,  und sonstigen Vögel (Papageienartige), sowie speziell auf Bewegungstraining und Massage für Hund und Pferd.

Wenn ich so nachdenke, dann verstehe ich auch warum sie so viele Bücher durchackert und auf hochwertige Tagungen und Kongresse fährt - ganz einfach, weil sie auch viel wissen muss. Das fängt vom großen Bereich des „Verhaltens“ der Tiere an. Wie ticken denn so die jeweiligen Tierarten, wie verhalten sie sich in natürlicher Umgebung und in der menschlichen Umgebung. Was beeinflusst eigentlich das Verhalten, wie wirkt sich Stress, Belastung, andere Artgenossen, Langeweile, Lärm usw. auf das Verhalten aus.

 

Dann muss sie wissen, wie so der Körper eines Tieres funktioniert – man nennt das glaube ich Anatomie und Physiologie oder so. Wie verändert sich der Körper vom ganz jungen Viecherl bis zum sehr alten. Tut einem Tier etwas weh, ist es krank – dann ist das nicht Thema des Trainers, sondern des Tierarztes. Erst wenn es wieder ganz gesund ist, darf es trainieren. 

Dann muss sie wissen wie das mit dem Lernen funktioniert. Training heißt nämlich in weiten Bereichen lernen und dann das Gelernte anwenden können - manchmal bis zur Automatisierung, damit es ganz von alleine geht.

 

Und dann ist noch eines ganz wichtig: Im Tiertraining wird ja nicht nur mit dem Tier gearbeitet, sondern im großen Ausmaß auch mit den Menschen, denen die Tiere ja gehören. Die müssen ja dann tagein, tagaus mit dem Tier leben. Mein Frauchen muss da manchmal sehr einfühlsam mit den Menschen umgehen, mit Geduld, oft in ganz kleinen Schritten und ich sag Euch – das haut super hin.

 

Also wenn ich mir das so anschaue, dann wundert es mich nicht, dass mein Frauchen da soviel und so lange lernen hat müssen und die dicken Bücher studiert. Es ist aber auch ein super toller Job, weil die Tiere für „richtiges“ Training wirklich dankbar sind … und natürlich auch deren Besitzerinnen und Besitzer.

 

Eure Nimih - die Tiertrainerin sein, total super findet!!