NICHT auf "DU und DU" mit der Kuh

WUFF und HALLO - ich bin NIMOEH – kurz Nimih genannt - ein Airedale Terrier Mädchen. 

 

Meine lieben Nimih-Fans, wenn ich abends so vor dem Fernseher liege, sehe ich in der letzten Zeit ganz massive Debatten über unsereiner Hunde und unser Verhältnis zu den Kühen.

 

Was da in Tirol passiert ist, ist ja wirklich eine ganz traurige und dramatische Sache. Ich selber hätte mir ja nie gedacht, dass diese sonst so friedlichen, grasfressenden Horngetiere so gefährlich sein können. Irgendwie sind aber auch wir Hunde da plötzlich im Spiel, weil die Horngetiere die arme Frau ja nie angegriffen hätten, wenn da nicht ein Hund an der Leine gewesen wäre.

 

Gestern habe ich dann gehört, dass fast alle Angriffe, die von Kühen ausgehen immer auf Menschen abzielen, die mit Hunden unterwegs sind und das gibt mir was zum Nachdenken auf. "Na ja", denke ich mir. Heute stehen sich da moderne Hunde (die bei ihren Menschen in Häusern und Wohnungen leben) und moderne Rindviecher (die in ihren Ställen und auf ihren Almen leben) gegenüber, die eigentlich so gar nichts miteinander zu tun haben. Mir persönlich sind die Kühe eigentlich völlig wurscht, na - sie sind schon ein bisserl groß und vielleicht fürchte ich mich sogar vor ihnen.

 

Aber früher, viel früher - also ganz viel früher, als wir noch keine modernen Hunde sondern noch unsere Ahnen - die Wölfe waren, da war das ganz anders. Da war der Wolf der Jäger und die Rinder waren die Beute. Da gab es eine klare Rollenverteilung – nämlich Rinder fressen Gras, und Wölfe fressen Rinder (wenngleich es auch schon damals sicherlich nicht einfach war so einen Riesenlackel zu erbeuten - weil, ja weil sich diese Hornträger einfach verteidigen konnten, oder?). Reste des Wolfes sind noch in uns Hunden drinnen, und Reste der Wildrinder sind noch in den Hausrindern drinnen und somit auch die „Urangst“ vor dem Wolf. Angeblich soll das ja auch bei den Menschen so sein … "Wer hat Angst vorm bösen Wolf?" … die Waldviertler J J J

 

Und genau das dürfte die Ursache sein. Was die Situation verschärft ist die Tatsache, dass die Bauern heute nicht nur große Milchkühe auf die Almen treiben, sondern durch die Mutterkuhhaltung auch die kleinen Kälbchen. Die sind natürlich verspielt, wir Hunde sind auch verspielt – dann spielt so ein Kälbchen mit unsereins, ein paar Beller von uns und schon kann das Drama seinen Lauf nehmen. Die Mutter von dem Kälbchen, die kennt da keinen Spaß. Sie sieht da plötzlich in ihren Augen einen Wolf, das Kälbchen in Gefahr und schon setzen sich 800 kg in Bewegung. Und wie sich die in Bewegung setzen. Liebe Leserinnen und Leser, der Weltmeister im Laufen, der Ursain Bolt ist bei seinem 100 m Weltrekord Sprint mit einem Tempo von 38 km/h gelaufen. So eine plumpe, dickliche, bequem aussehende Milchkuh, die läuft 40 km/h. "Wusch", denk ich mir, da hat kein Herrl und kein Frauerl eine Chance. Es sei denn, die können auf einen Baum raufkraxeln - aber die gibt’s meist auf der Alm weit und breit nicht.

 

So traurig das alles auch ist, ich denke, wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir Hunde auf der Alm, wenn dort Rindviecher sind, nichts zu suchen haben. Liebe Herrln und Frauerln, lasst die Kühe in Ruhe. Vielleicht findet sich doch ein anderer Weg oder ein anderes Wanderziel. Wenn nicht, glaub ich, dass wir noch viel häufiger von so tragischen Fällen wie in Tirol hören werden und dann, dann werden die Bauern - verständlicherweise -  die Almen ganz dicht machen.

  

Eure Nimih - die mit Kühen nix zu tun haben will