MEINE "ALTEN" UND ICH

WUFF und HALLO - ich bin NIMOEH – kurz Nimih genannt - ein Airedale Terrier Mädchen. 

Ich kam vor nun über 2 Jahren nach Karlstetten und lebte von Anfang an in einem „Minirudel“ von insgesamt 3 Hunden – also dem Merlin (der war damals 8 Jahre), der Luna (die damals 12 Jahre alt war) und ich selber. Natürlich sind da auch noch Menschen von Anfang an dabei gewesen, mein Frauchen - als die oberste Chefin im Haus und auch unser „Leithund“ - und dann noch zwei weniger wichtige Zweibeiner, die zwar auch da sind aber ziemlich wenig zu sagen haben.

 

Heute will ich Euch vor allem über die beiden alten Hunde berichten. Merlin ist ja immer noch an meiner Seite und inzwischen 10 Jahre, und natürlich über die alte Luna - die leider heuer im Herbst mit über 14 Lebensjahren über die Regenbogenbrücke hinübergegangen ist.

 

Was unterscheidet denn so einen „Althund“ von uns „Jungspunden“.

Na, da gibt es einige Dinge, die ihr Menschen beachten und berücksichtigen solltet. Ab wann kann man einen Hund als alt bezeichnen?

Ein altes Sprichwort sagt: "3 Jahre junger Hund, 3 Jahre guter Hund, 3 Jahre alter Hund" - aber das ist so nicht ganz richtig. Auch alte Hunde sind gute, wirklich gute Hunde. Zwar sind sie nicht mehr so leistungsfähig, aber sie zeichnen sich durch Erfahrung und so manche durchaus witzige Eigenschaft aus.

 

Also ich hab beim Merlin schon mit seinen 8 Jahren - als ich damals zu Euch nach Karlstetten kam - bemerkt, dass er nicht mehr so der Jüngste ist. Wenn ich 10 mal mit Volldampf in die hintersten Winkel unseres großen Gartens gestartet bin, dann ist er 2 bis 3 mal mitgesprintet aber dann war er schon mächtig aus der Puste und die alte Luna, die wollte es auch immer wieder nochmal wissen. Sie startete auch los aber nach ein paar Metern blieb sie immer stehen und bellte uns nur mehr nach, drehte sich um und schaute im Haus nach ob es nicht wo ein Leckerli abzustauben gab, während die Jüngeren draußen rumtobten. Also eine durchaus durchdachte „Erfahrungshandlung“ - wenn ich alleine bei meinem Frauchen bin, bekomme ich die ganze Zuwendung für mich.

 

Zuerst werden die alten Hunde immer schneller müde und bewegungsfaul – sie schonen sich selbst und liegen die meiste Zeit faul herum. Das war vor allem für mich fad. Und je länger sie herumlagen, desto „zacher“ war dann immer das Aufstehen. Also merke: „Wer rastet – der rostet“. Das gilt auch bei den alten Hunden und nicht nur bei euch Menschen.

 

Eines Tages hat mein Frauchen – die sich da ja auskennt, weil sie eine geprüfte Tiertrainerin und Tiermasseurin und Tierphysiotrainerin (in Ausbildung) ist – gesagt, unsere beiden Alten brauchen „Senioren – Training“. Und richtig war es. Sie hat für die beiden einen richtigen Althunde-gerechten Trainingsparcours aufgebaut.  Dabei mussten die beiden auf Bälle steigen, über Wackelbretter gehen und eines war wirklich spannend , sie hat mit den beiden ein richtiges Dehnungs- und Bewegungstraining gemacht.

Das war vielleicht toll. Sowohl Merlin, wie auch die alte Luna - mit ihren dann schon 13 Jahren - waren plötzlich wieder viel beweglicher, sind mit mir im Garten gelaufen, haben wieder besser Luft bekommen. Beide sind mir wieder viel jünger vorgekommen – das Training war ein voller Erfolg.

 

„Gierig alles reinfressen macht dick“

Ja mit dem Fressen ist das bei den Alten auch so eine Sache gewesen, egal was mein Frauchen gemacht hat, die beiden Alten wurden immer fetter und fetter. „So geht das nicht weiter“, sagte das Frauchen - die ja auch eine geprüfte Hundeernährungsberaterin ist. Ab sofort hat sie auf eine andere Zusammensetzung der täglichen Nahrungsration umgestellt. Kein Getreide, dafür viel Gemüse 2/3 und Fleisch 1/3 und damit das alles leichter verdaulich ist – wird das natürlich gekocht und genau abgewogen. Welch in Wunder, beide haben ordentlich abgespeckt und sahen nach drei bis vier Monaten wieder wie runderneuert aus. Und mit jedem Kilo weniger wurden sie wieder aktiver – ich fand das supergeil – ich habe wirklich eine zeitlang geglaubt, die Zeit läuft rückwärts und die werden immer jünger. Also die richtige Ernährung bei älteren Hunden ist offensichtlich total wichtig und schenkt denen viel zusätzliche schöne und aktive Zeit.

 

„Wer nicht geistig arbeitet, der verblödet“, wieder so ein Ausspruch meines Frauchens, mit dem ich anfangs gar nichts anzufangen wusste. Eines Tages kam sie mit einigen Schachteln daher. Schachteln sind immer super, denn da gibt’s was zum auspacken, und auspacken tu ich für mein Nimih-Leben gerne. Aber was da drinnen war, ergab für mich vorerst gar keinen Sinn. Bretter mit Löchern in denen man was verstecken konnte, ein Teppich mit ganz langen Schlaufen, eine komische Figur, die man zerlegen konnte usw.

 

Natürlich hat das Frauchen das sofort ausprobieren müssen. Sie hat in diesen Geräten kleine Leckerlis versteckt und wir Hunde mussten die Leckerlis finden. Dafür mussten wir aber Öffnungen finden, Verschlüsse verschieben, das Ding drehen, und und und.

Also der Merlin ist davor gestanden wie der „Ochs vorm neuen Tor“, ich hab gleich versucht, das alles kaputt zu machen, um an die Leckerlis zu gelangen. Aber schau einer die alte Luna an, die stand davor und machte vorerst gar nichts. Dann hat sie langsam an dem Ding gedreht, die Verschlüsse aufgemacht und schon war sie an den Leckerlis – der Merlin und ich waren paff. Ah – so geht das, da muss man ja mitdenken. Na, mir fiel das natürlich gar nicht schwer, aber der Merlin, ich sags euch, das war echt mega. Der hat Wochen gebraucht bis er endlich mit seinem Hirn in Schwung gekommen ist. „Es tut ihm gut“, sagt mein Frauchen immer und wirklich, auch ich habe das Gefühl wie wenn er wieder ein bisserl „wiffer“ wird.

 

Also mein abschließender Nimi-Tip für alte Hunde:

  1. Gezieltes „Physiotraining“ mit den richtigen Übungen, dehnen der Muskeln und dann und wann eine richtige Massage - dann bewegen sie sich wie die Jungen
  2. Richtige Ernährung – was dem jungen Hund schmeckt, ist für den alten Hund oft gar nicht das richtige. Auch Hunde bekommen Stoffwechselerkrankungen durch falsche Ernährung oder werden einfach "urdick".
  3. Auch das Hirn braucht Training – gezielt eingesetzt, und die alten Hunde bleiben lange geistig fit.

Wenn ihr euch nicht ganz auskennt, oder mehr wissen wollt, fragt einfach mein Frauchen!!

 

Das trotzdem leider nicht alles für ewig hält, musste ich dann im Oktober dieses Jahres traurigerweise miterleben - als uns unsere alte Luna verlassen hat. "Adieu meine Alte" - du, die mir soviel Weisheit und Wissen auf meinem Weg mitgegeben hat, mach es gut drüben am anderen Ende des Regenbogens, warte dort auf mich … eines Tages.

 

Eure - jetzt traurige

Nimoeh