PUHHH ...DAS WAR WIRKLICH KNAPP

WUFF und HALLO - ich bin NIMOEH – kurz Nimih genannt - ein Airedale Terrier Mädchen. 

 

Vorige Woche hat es angefangen. Schon den ganzen Tag über hat die alte Luna ständig gehustet und gewürgt. Meine alte Gefährtin ist kaum mehr aufgestanden, hat nur mehr irgendwie in die Luft gestarrt, und was mir besonders aufgefallen ist, sie hat überhaupt nichts mehr gefressen, auch Leckerlis hat sie nicht angeschaut. Frauchen war schon die ganze Zeit über sehr besorgt wegen der Luna, aber jetzt hab ich es auch gecheckt, der geht’s wirklich nicht gut. Jede noch so bemühte Spielaufforderung hat sie abgelehnt, sich weggedreht und erbärmlich nach Luft gerungen. Ich sage Euch, mir wurde ganz anders…

 

Am Abend des vorigen Montags ist es dann passiert, die "Alte" lag im Vorzimmer, ich im Wohnzimmer. Stellt Euch vor, die Luna steht auf, hustet, würgt und von einem Augenblick auf den anderen bricht sie einfach zusammen, klatscht richtig auf den Boden. Das hat einen Rums gemacht und dann lag sie dort, verdrehte die Augen und atmete nur mehr ganz, ganz flach. Ich bin natürlich sofort aufgesprungen, hab das Frauchen alarmiert, aber die hat das natürlich auch gehört und war schon auf den Beinen.

 

Wir wussten alle im Augenblick überhaupt nicht was los ist. Frauchen nahm die Luna hoch, fühlte an der Brust ob sie noch atmet und ob ihr altes Herz noch schlägt … ich sage Euch, das waren schlimme Sekunden für mich.

 

Das Herz hat noch geschlagen, aber die Alte hat auf nichts mehr reagiert. Jetzt hatte auch mein Frauchen Tränen in den Augen und sie hielt die Luna ganz sanft und zärtlich im Arm. Mit einem vielsagenden Blick schaute sie mein Herrchen an und sagte: „ Ich glaube wir müssen den Joschi anrufen."  Dabei rannten ihr die Tränen über die Wangen. Herrchen rief sofort unseren Tierarzt - den Joschi an.

 

Herrchen sagt immer: "Auf den Joschi kannst Du dich immer verlassen, er ist der beste Tierarzt von da bis Texas." Ich weiß zwar nicht wo Texas ist, aber ich glaube, das ist irgendwo hinter dem Dunkelsteinerwald.

 

Und wie üblich war der Joschi wirklich gleich da. Mein Herrchen wirkte irgendwie sehr, sehr traurig als er ihm das Tor aufsperrte. Joschi hat nun die Luna untersucht, wenig gesagt - ja so ist er, er weiß alles und sagt wenig. Aber er hat NICHT den Kopf geschüttelt. Er hat eine Diagnose erstellt, einige Tabletten da gelassen, der Luna eine Injektion gegeben und gesagt: "Wir können hoffen, aber es wird nicht ewig dauern."

 

Teils erleichtert, teils immer noch geschockt von der regungslos daliegenden Luna, waren wir alle fix und fertig. Wie soll es nun weitergehen.

 

Aber mein Frauchen hat ja eine Engelsgeduld. Die ganze Nacht ist sie bei der Luna gesessen - und ich natürlich auch. Ich hab mich ganz nah zu ihr gesetzt und dann hingelegt, ganz sanft und ganz leise. Die Nacht hindurch blieben wir alle wach und gaben Acht, ob die Alte noch atmet.

 

Am nächsten Morgen etwas aufatmen, die Alte ist aufgewacht und hat erst-mals wieder den Kopf gehoben. Sie hat versucht aufzustehen, aber vergeblich. Sie hat sich gleich wieder hingesetzt und heftig um Luft gerungen. Frauchen hat sie dann halb gestützt, halb getragen in die Hof zum Gassi gehen bugsiert. Es hat eine Ewigkeit gedauert, aber es ist gelungen.

 

Mir ist aufgefallen, dass sie alleine überhaupt keine Orientierung hatte, den Kopf völlig schief hielt, und wenn sie gehen wollte nur im Kreis ging. Mein Frauchen hat mit dem Herrchen gesprochen und etwas von „Schlaganfall“ gesprochen. Offensichtlich können wir Hunde sowas auch bekommen.

 

Die nächsten Tage waren schwierig, Luna brauchte eine 24 Stunden Betreu-ung, Flüssigkeit und flüssige Nahrung mit den Medikamenten mussten ihr eingeflößt werden. Langsam aber stetig ging es von Tag zu Tag ein klein wenig bergauf. Am Samstag konnte sie dann das erste Mal selbst aufstehen und - wenn auch orientierungslos - ein paar Schritte gehen.

 

Obwohl das sehr mühsam aussah, haben wir uns alle sehr gefreut. Ich bin vor Freude richtig in die Luft gesprungen und hab laut und freudig gebellt. Frauchen hat das erste Mal seit Tagen wieder gelächelt.

 

Sonntag war dann so etwas wie ein Durchbruch. Die "Alte", Merlin und ich sind wieder gemeinsam in den Garten gegangen. Wir haben die "Alte" einfach in die Mitte genommen, und langsam, ganz langsam sind wir über die Wiese gegangen. Das erste Mal hatte ich keine Lust wild ´rum zu tollen, sondern ich wusste, ich muss mich um die Luna kümmern.

 

Auch mit dem Fressen wurde es wieder besser, und heute am Mittwoch Mittag, hat sie erstmals wieder mit Appetit einen Brioche-Osterhasen und eine ganze Portion Putenfaschiertes gefressen.

 

Es wird nicht ewig dauern hat der Joschi gesagt. Damit hat er sicherlich Recht, aber noch hat die "Alte" ein paar schöne Tage vor sich, und jeder Tag auf dieser schönen Welt ist es Wert zu leben.

 

Liebes Frauchen, lieber Joschi, liebe Sonstige - wie Merlin und Herrchen-  DANKE für Eure Geduld und DANKE dafür, dass wir jeden Tag auf dieser Erde würdig und achtungsvoll genießen dürfen.

 

Eure nachdenkliche, reifer gewordene und dankbare

Nimih